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Himmelsscheibe von Nebra

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Himmelsscheibe von Nebra Artikel

Die Himmelsscheibe von Nebra ist die älteste bekannte Himmelsdarstellung und evtl. auch die älteste astronomische Sternkarte der Menschheitsgeschichte. Sie wurde auf dem Mittelberg nahe der heutigen Kleinstadt Nebra in Sachsen-Anhalt gefunden und wird zur Zeit in dem Vorgeschichtlichen Museum in Halle (Saale) aufbewahrt. Sie wird auch als Mondscheibe genannt.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Bronzezeitliche Astronomie Um ausführliche Informationen zum Buch "Bronzezeitliche Astronomie" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet.

=Fakten und Vermutungen==Die grünlich schimmernde Scheibe hat einen Durchmesser von 32 Zentimetern und ist 2 kg schwer. Sie besteht aus Bronze, einer Legierung aus Kupfer und Zinn, und ist geschmückt mit Gold, das in Einlegetechnik (

Tauschieren ) auf dem Bronzeschild befestigt wurde. Damit beweist der Hersteller bzw. Künstler, dass er die Merkmale und das nötige Mischungsverhältnis der Metalle gut kannte. Sie wurde etwa zwischen 1800 v. Chr. und 1600 v. Chr. erschaffen und ist damit heute etwa 3600 Jahre alt.
Himmelsscheibe von Nebra Beschreibung
Himmelsscheibe von Nebra Beschreibung
Illustration der Himmelsscheibe
Buch-Tipp: Der Herrscher der Zeit. Unterhaltsamer prähistorischer Roman Wer dieses Buch liest, wird sich gut unterhalten fühlen. Es schildert die Reise des Tinnschürfer's Brint durch das Europa vor 3700 Jahren v. Chr. Durch seine Augen sieht der Leser diese längst vergangene Zeit wieder entstehen. Durch viele kleinere Kapitel gelingt ein wunderbar flüßiger Lesestrom. Der...

Gestaltung und Deutung der Scheibe

Eine hochauflösende Darstellung der Himmelsscheibe, mit der Möglichkeit, den Fund mit der "Lupe" zu betrachten, findet sich hier (http://www.archlsa.de/zoom2D/himmelsscheibe-restauriert1.htm).

Die Herstellung der Himmelsscheibe zog sich vermutlich über mehrere Jahrzehnte hin.

  • Die Bronzescheibe soll ursprünglich eine schwarze Farbe gehabt haben, weswegen man sie als Darstellung des Nachthimmels deutet.
  • Zunächst einmal wurden auf der Bronzescheibe 32 Sterne ( = runde Goldplättchen) befestigt, wovon 7 sehr dicht beieinander angeordnet sind, während die restlichen scheinbar wahllos auf der Scheibe verteilt wurden. Die 7 nah beieinander stehenden Goldplättchen sollen laut ersten Forschungsergebnissen die Sterngruppe der Plejaden darstellen, der Rest wird als neutraler Sternenhimmel gewertet.
  • Die große, runde Goldeinlegearbeit erscheint auf den ersten Blick als Darstellung der Sonne, doch wollen die Archäologen in ihr einen Vollmond erkennen, da sie ja von der Abbildung eines Nachthimmels ausgehen.
  • Ein sichelförmiges Goldornament wird als Mondsichel interpretiert.
  • Zu einem späteren Zeitpunkt wurden zwei als Horizontbögen genannte Goldornamente auf dem oberen und unteren Ende der Scheibe ergänzt, von denen einer mittlerweile verlorenen gegangen ist. Dass diese beiden Teile später auf die Scheibe hinzugefügt wurden, kann man an ehemaligen Vertiefungen für 'Sterne' erkennen, die in dem Röntgenbild sichtbar werden. Diese beiden Horizontbögen sollen den Lauf der Sonne mit ihren Auf- und Untergangspunkten über das Jahr verteilt in Sachsen-Anhalt anzeigen. Da sie genau den 82° Winkel der Sonne in dem Bereich von Sachsen-Anhalt während der frühen Bronzezeit abbilden, sind sie ein wichtiger Hinweis dafür, dass die Himmelsscheibe auch in dieser Gegend entstanden sein müsse.
  • Als letzte Ergänzung kam eine weitere goldene Sichel hinzu, die aufgrund ihrer Gestaltung mit einer Barke gleichgesetzt wird, wie man sie aus ägyptischen oder minoischen Abbildungen her kennt. Ein Indiz für die spätere Ergänzung ist das andere Mischungsverhältnis von Gold und Silber. Man deutet die Darstellung als Sonnenschiff. Dieses solle die Reise der Sonne von West nach Ost in der Nacht symbolisieren. Dafür, dass es sich um die Darstellung eines Schiffes nach ägyptischem oder minoischem Vorbild handelt, spricht, dass deutliche Längsrillen am Schiffsrumpf erkennbar sind, die den Nilbooten mit ihren Lagen aus Schilfbündeln ähneln.
  • In der letzten Phase der Nutzung wurde die Scheibe am Rand vielfach und in recht engem Abstand durchlöchert. Möglicherweise war sie irgendwo angenagelt.
  • Nach einer alternativen Meinung von Prof. Schoppe soll die Bronzescheibe eine frühe Landkarte sein: Der Vollmond entspricht dem Halle/Saale-Gebiet, der Sichelmond soll die Alpen darstellen. In dem Osten findet sich mit den Plejaden Siebenbürgen und in dem Westen die Sonnenbarke. Die Horizontbögen seien Nord-Ostsee-Gebiet und Mittelmeer.
Buch-Tipp: Der geschmiedete Himmel Himmel und Erde Ausgehend von der Himmelsscheibe wird eine ganze bronzezeitliche Kultur und Welt vor dem staunenden Leser ausgebreitet. Mit Bezügen zu Religion und Machtverhältnissen, Handel und Wissenstransfer sowie Metallurgie. Ganz am Anfang steht die Himmelsscheibe selbst und ihre Chronologie. Das Buch ist angenehm verständlich geschrieben,...

Vermutungen über den Gebrauch der Scheibe in dem Kontext zu ihrem Fundort

Die Himmelsscheibe wurde in einer bronzezeitlichen Anlage auf dem 252m hohen Mittelberg bei Nebra oberhalb der Unstrut in dem Jahre 1999 von Raubgräbern in einer Steinkammer entdeckt. Der Fundort wurde mittlerweile von Archäologen genauer behandelt. Man geht davon aus, dass diese Anhöhe bereits seit 5000 v. Chr. von Menschen genutzt wurde. Später wurde die Anlage mit einem kreisförmigen Wall umgeben. Nicht zuletzt aufgrund des Fundes der Himmelsscheibe wird die Anlage als Sternwarte gedeutet. Vom Mittelberg aus hatte man in der Bronzezeit eine gute Sicht zu dem ungefähr 80 km entfernt liegenden Brocken in dem Harz, da man davon ausgeht, dass der Mittelberg in der Bronzezeit unbewaldet war. Mit Hilfe der Himmelsscheibe konnte man von hier aus anhand des Sonnenuntergangs genau bestimmte Tage in dem Jahr feststellen. Hält man die Scheibe in westlicher Richtung, also in die Richtung des Brockens, so kann man anhand des linken Randes des oberen Horizontbogens den Tag der Wintersonnenwende, also den 21. Dezember ablesen. Am 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende, geht die Sonne exakt hinter dem Brocken unter, was der rechte Rand des oberen Horizontbogens der Himmelsscheibe markiert. Am 1. Mai geht die Sonne vom Mittelberg aus gesehen hinter dem Kyffhäuser unter. (Siehe dazu auch die beigefügte Skizze)

Aufgrund dieser ersten Deutungen und Erkenntnisse geht man davon aus, dass diese Himmelsscheibe nicht eine einfache Darstellung des Himmels ist, sondern dass sie speziell für astronomische Zwecke, genauer kalendarische, hergestellt wurde. Der Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, Harald Müller, genannt sie sogar als die "global älteste konkrete Abbildung des Sternenhimmels" (lt. National Geographic Deutschland, Januar 2004).

Die Forschung vermutet, dass die Himmelsscheibe um 1600 v. Chr. vergraben wurde, als einer der goldenen Horizontbögen verloren gegangen war und somit eine kultische und auch astronomisch sinnvolle Nutzung nicht mehr in Frage kam. Die Deutung, dass die Scheibe auch als Kultgegenstand von besonderem Wert zu interpretieren ist, wird dadurch bestärkt, dass sie zusammen mit zwei Zeremonienschwertern, einem Meißel, zwei Beilen und zwei Spiralarmreifen vergraben wurde.

Da man in etwa 20 km Entfernung von der Fundstelle in Nebra auch das älteste Sonnenobservatorium Europas bei Goseck in dem Landkreis Weißenfels aus der Zeit um etwa 5000 v. Chr. entdeckt hat, liegt die Vermutung nahe, dass das Wissen auf der Scheibe sogar schon Generationen davor durch Beobachtungen bekannt war.

Nach der Meinung von Prof. Schoppe soll die Bronzescheibe aber lediglich ein Schildbuckel einer Rüstung gewesen sein: Dafür sprechen die Beifunde (zwei Schwerter und zwei Beile), die typische "Unterarm"-Größe und die etwa 40 Löcher am Rand, die der Befestigung mit Riemen gedient haben sollen.

Siehe auch: Sonnenobservatorium von Goseck

Buch-Tipp: Der geschmiedete Himmel. Die Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren Himmel und Erde Ausgehend von der Himmelsscheibe wird eine ganze bronzezeitliche Kultur und Welt vor dem staunenden Leser ausgebreitet. Mit Bezügen zu Religion und Machtverhältnissen, Handel und Wissenstransfer sowie Metallurgie. Ganz am Anfang steht die Himmelsscheibe selbst und ihre Chronologie. Das Buch ist angenehm verständlich geschrieben,...

Bedeutung des Fundes für die Geschichtswissenschaft

Die Besonderheit der Himmelsscheibe von Nebra ist vor allem in zwei Punkten zu sehen:

  • Zu dem einen beweisen die Menschen der Bronzezeit aus der Region Sachsen-Anhalt, dass sie bereits vor 1600 v. Chr. die komplizierte Technik, die zur Herstellung dieser Bronzescheibe mit ihren Goldeinlegearbeiten vonnöten ist, beherrschten. Dieses Können hatte man ihnen eher weniger zugetraut.
  • Zu dem anderen muss bedacht werden, dass es in Europa bisher ca. Reste aus dem Bereich der Steinsetzungen (vgl. etwa Stonehenge) gab, die andeuteten, dass auch in Europa astronomisches Wissen vorhanden war.

Damit gewinnt die gesamte Region in dem Vergleich zu den angesehenen Hochkulturen dieser Epoche, etwa Ägypten, Mesopotamien, die Minoer auf Kreta oder die Mykener in Griechenland, an Gewicht. Es liegt die Vermutung nahe, dass es gar einen regen Fernhandel zwischen all diesen Hochkulturen gegeben hat, mit dem nicht ca. Waren in die jeweils anderen Gegenden transportiert wurden, sondern auch Wissen und Kulte.

Buch-Tipp: Die Tochter der Himmelsscheibe 01 dünne Story die Story des Buchs ist wirklich recht dünn. Eine Mutter zieht Ihrer Tochter unter Fremden auf. Als die Tochter jemanden heiratan soll wollen sie gemeinsam aus dem Dorf flüchten. Viel mehr gibt die Story nicht her. Und dennoch ist das Buch spannend geschrieben. Es ist unterhaltend und trotz einiger Längen kurzweilig.

Entdeckung

Am 23.02 2002 wurde von der schweizerischen Polizei die nach ihrem Fundort Nebra benannte Himmelsscheibe während einer fingierten Verkaufsaktion in Basel sichergestellt.

Buch-Tipp: Die Tochter der Himmelsscheibe. Hat man sich erst durch die ersten 500 Seiten gequält . . . . . . kommt der Roman doch noch in Fahrt. Nachdem das Werk über ein halbes Jahr in meinem Bücherregal verkümmert ist, habe ich es nun doch noch einmal herausgeholt und mit Begeisterung weitergelesen, sodass ich zwei Tage später Hohlbeins dicksten Einzelroman ausgelesen hatte. Von...

Finder

Henry W. und Mario R. hatten schon am 4.07 1999 auf dem 252 m hohen Mittelberg in dem Ziegelrodaer Forst bei Nebra in einer Wallanlage mit einem Metalldetektor die Scheibe gefunden und später Hehlern für 32 Tausend DM verkauft. Sie wurden in dem September 2003 in Naumburg vor Gericht gestellt und erhielten eine viermonatige Bewährungsstrafe bzw. eine zehnmonatige Freiheitsstrafe. Strafmildernd wurden die Geständnisse vom Gericht gewertet.

Buch-Tipp: Entwicklung der Sonnenforschung; Development of Solar Research Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Entwicklung der Sonnenforschung; Development of Solar Research". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet.

Hehler

Die Hehler waren die Museumspädagogin Hildegard Burri-Bayer und der Lehrer Reinhold Stieber, die auch am 19.09 2003 vom Amtsgericht Naumburg verurteilt wurden. Burri-Bayer erhielt eine Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung und muss 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Stieber wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 5 Tausend Euro Geldstrafe verurteilt.

Buch-Tipp: Himmelswege um Querfurt, Bd.1 : Zum Fundort der Himmelsscheibe, zu Dorfidyllen und Burgruinen Eine Beschreibung zum Buch "Himmelswege um Querfurt, Bd. 1 : Zu dem Fundort der Himmelsscheibe, zu Dorfidyllen und Burgruinen" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Forschungsprojekt bis 2010

In einem groß angelegten Forschungsprojekt wird die Deutsche Forschungsgemeinschaft 3,3 Millionen Euro in die weitere Behandlung der historischen Hintergründe in der Bronzezeit investieren. Ab September 2004 werden sechs Jahre lang 24 frühbronzezeitliche Bauten behandelt. Dazu gehören zwölf so genannte Kreisgrabenanlagen in Sachsen-Anhalt, unter anderem in Egeln, Belleben und Bad Dürrenberg. Zudem werden zwölf Höhensiedlungen behandelt, zentrale befestigte Orte, die vor 4 Tausend bis 3.500 Jahren auf Anhöhen errichtet wurden. Dazu gehört auch der Fundort der Himmelsscheibe auf dem 252 Meter hohen Mittelberg bei Nebra.

Buch-Tipp: Kalender, Archäologie in Deutschland 2003 Himmel und Erde Ausgehend von der Himmelsscheibe wird eine ganze bronzezeitliche Kultur und Welt vor dem staunenden Leser ausgebreitet. Mit Bezügen zu Religion und Machtverhältnissen, Handel und Wissenstransfer sowie Metallurgie. Ganz am Anfang steht die Himmelsscheibe selbst und ihre Chronologie. Das Buch ist angenehm verständlich geschrieben,...

Literatur

  • National Geographic Deutschland, Januar 2004, S. 38 - 61.
Buch-Tipp: Sterne, Mond und Sonne. Das Geheimnis der Himmelsscheibe vom Mittelberg Das müsst ihr lesen Interessant und auch für den Laien verständlich erzählt Ute Kaufholz die Geschicht der Himmelsscheibe von Nebra. Anschaulich schildert sie dabei nicht ca. die Raubgrabung, die spektakuläre Sicherstellung in der Schweiz, die zahlreichen Behandlungen und die diversen Streitigkeiten vor Gericht, sondern auch das Leben in der...

Weblinks

Buch-Tipp: Tatort Himmelsscheibe: Eine Geschichte mit Raubgräbern, Hehlern und Gelehrten Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Tatort Himmelsscheibe: Eine Geschichte mit Raubgräbern, Hehlern und Gelehrten". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet.

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